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Rosenkohl – Das grüne Gold des Winters

Rosenkohl (Brassica oleracea var. gemmifera) ist der stolze König des Wintergartens. Wenn fast alles andere im Beet bereits geerntet ist, läuft dieser Kohl erst zur Höchstform auf. Mit seinen vitaminreichen, festen Röschen ist er unverzichtbar für die herbstliche und winterliche Küche.

Frischer Rosenkohl im Winterbeet

📋 Steckbrief Rosenkohl

Botanischer Name:

Brassica oleracea var. gemmifera

Familie:

Kreuzblütler (Brassicaceae)

Aussaatzeit:

April bis Mitte Mai

Erntezeit:

Oktober bis März

Standort:

Sonnig bis halbschattig

Boden:

Nährstoffreich, schwer, kalkhaltig

Nährstoffbedarf:

Starkzehrer

Frosthärte:

Sehr hoch (bis -15°C)

🌍 Herkunft & Geschichte

Rosenkohl ist eine vergleichsweise junge Entdeckung in der Welt des Gemüsebaus. Er entstand vermutlich im 16. Jahrhundert in der Gegend um **Brüssel** im heutigen Belgien. Deshalb wird er im Englischen auch "Brussels Sprouts" und im Französischen "Choux de Bruxelles" genannt.

Im Gegensatz zu seinen Verwandten wie dem Kopfkohl bildet Rosenkohl keinen einzelnen großen Kopf, sondern viele kleine Blattschösslinge (Röschen) in den Blattachseln entlang des hochwachsenden Stiels. Von Belgien aus trat er im 18. und 19. Jahrhundert seinen Siegeszug durch ganz Europa an und ist heute aus der winterlichen Genussküche nicht mehr wegzudenken.

🌿 Beliebte Rosenkohl-Sorten

Frühe & Mittelfrühe Sorten

Ernte oft schon ab September/Oktober möglich.

  • Groninger: Bewährte, standfeste Sorte mit hellgrünen Röschen.
  • Hilds Ideal: Klassische Sorte mit feinem Aroma, sehr ertragreich.

Besondere & Späte Sorten

Besonders frosthart und optisch ein Highlight.

  • Red Bull (Violette Sorte): Wunderschöne, rot-violette Röschen, die beim Kochen die Farbe behalten und milder schmecken.
  • Idwig: Extrem frostharte Lagersorte für die Ernte bis weit in den März.

🌱 Anbau, Aussaat & Standort

Der Faktor Zeit

Rosenkohl ist nichts für Ungeduldige. Die Pflanzen stehen oft 7 bis 9 Monate im Beet. Eine Aussaat im **April bis Mitte Mai** ist ideal. Werden sie zu spät gepflanzt, haben die Röschen vor dem Winter nicht genug Zeit, um fest und groß zu werden.

💡 Profi-Tipp: Das Entspitzen

Ende September sollten Sie die Triebspitze (den obersten "Kopf") der Pflanze entfernen. Das stoppt das Längenwachstum und sorgt dafür, dass die Energie in die bereits vorhandenen Röschen fließt. **Achtung:** Tun Sie dies nur bei Sorten, die Sie früh ernten wollen. Bei sehr späten Winter-Sorten kann das die Frosthärte beeinträchtigen.

🏗️

Viel Platz & Fester Stand

Pflanzen Sie im Abstand von **60 x 50 cm**. Rosenkohl braucht massiv Licht und Luftzirkulation. Da die Stiele hoch werden und schwer tragen, ist ein stabiler Stützstab für jede Pflanze sehr empfehlenswert.

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Schwerer Boden erwünscht

Kohl liebt lehmige, nährstoffreiche Böden. Ein hoher Kalkgehalt ist wichtig, um die gefürchtete **Kohlhernie** zu vermeiden. Arbeiten Sie vor der Pflanzung reichlich Kompost oder gut verrotteten Mist ein.

👍 Gute Nachbarn

Sellerie (vertreibt den Kohlweißling!), Kartoffeln, Spinat, Bohnen, Erbsen, Radieschen, Kopfsalat.

👎 Schlechte Nachbarn

Andere Kohlarten (Brokkoli, Blumenkohl, Rotkohl), Zwiebeln, Knoblauch, Erdbeeren.

💚 Pflege für maximale Ernte

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Wasser-Management

Rosenkohl ist durstig! Vor allem zur Zeit der Röschenbildung im Spätsommer darf der Boden nie ganz austrocknen. Mulchen hilft, die Feuchtigkeit zu halten.

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Starkzehrer-Futter

Geben Sie im Juli oder August eine zweite Düngergabe (z.B. Brennnesseljauche oder organischen Horndünger). Rosenkohl braucht viel Stickstoff und Kalium.

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Schutznetz-Pflicht

Um den **Kohlweißling** (Raupen) und die **Kohlfliege** fernzuhalten, ist ein engmaschiges Schutznetz von der Pflanzung bis in den Herbst die sicherste Methode.

🐛 Krankheiten & Schädlinge

FeindErkennungsmerkmalGegenmaßnahme
KohlweißlingGelbe Eier an Blattunterseite, Fraßspuren durch Raupen.Schutznetz, Eier zerdrücken, Raupen absammeln.
Weiße FliegeKleine weiße Motten an Blattunterseite, klebriger Rußtau.Gelbtafeln, Förderung von Nützlingen, weites Pflanzen (Licht).
Mehlige KohllausGrau-weiß bestäubte Blattläuse in Kolonien.Mit scharfem Wasserstrahl abspülen, Seifenlauge.
KohlhernieKnotige Verdickungen an den Wurzeln, Welke der Pflanze.**Keine Heilung!** Fruchtfolge (7 Jahre), Kalken zur Vorbeugung.

🧺 Ernte, Lagerung & Küche

Frost macht süß!

Das Gerücht ist wahr: Rosenkohl schmeckt nach dem ersten Frost deutlich milder. Die Kälte sorgt dafür, dass die Pflanze Zucker anreichert, was die Bitterstoffe überdeckt.

Ernten Sie die Röschen immer von **unten nach oben**. Die untersten reifen zuerst. Schneiden Sie die Röschen mit einem scharfen Messer direkt am Stiel ab.

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Frisch verzehren

Im Kühlschrank hält sich Rosenkohl etwa eine Woche. Am besten schmeckt er direkt vom Beet.

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In der Küche

Nicht nur kochen! Rosenkohl ist halbiert und in der Pfanne mit Speck angebraten oder im Ofen geröstet eine Offenbarung.

"Rosenkohl ist der Beweis, dass die Natur uns auch im tiefsten Winter mit frischen Vitaminen versorgt. Ein echter Champion im Kampf gegen die Wintermüdigkeit!"

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