Paprika & Chili – Bunte Vielfalt für Genießer
Paprika (Capsicum annuum) sind die Vitamin-C-Bomben des Gartens. Ob als süße Blockpaprika, aromatischer Spitzpaprika oder feurige Chili – diese Sonnenanbeter bringen Farbe und Würze in Ihre Selbstversorgung.

🫑 Steckbrief Paprika
Capsicum annuum
Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Februar/März (Vorzucht)
Juli bis Oktober
Vollsonnig, warm, geschützt
Humos, nährstoffreich, locker
Hoch (konstant feucht)
Starkzehrer
🌍 Herkunft & Geschichte
Die Heimat der Paprika liegt in Mittel- und Südamerika, wo sie schon vor etwa 7000 Jahren kultiviert wurde. Christoph Kolumbus brachte die Pflanzen im 15. Jahrhundert nach Europa – eigentlich auf der Suche nach dem teuren schwarzen Pfeffer. Da man die Schärfe der Früchte mit Pfeffer verglich, nannte man sie fälschlicherweise "Spanish Pepper". Von Spanien aus eroberte die Paprika erst den Balkan (Ungarn) und schließlich die ganze Welt. Wussten Sie, dass die milde Gemüsepaprika, wie wir sie heute kennen, erst im 20. Jahrhundert in Ungarn gezüchtet wurde?
🌶️ Sortenvielfalt & Schärfegrade
Vom milden Klassiker bis zur feurigen Chili – die Vielfalt ist gigantisch.
Gemüsepaprika
Große, blockige Früchte mit dickem Fruchtfleisch. Wenn sie reif sind (gelb/rot), sind sie zuckersüß.
- Yolo Wonder: Der Klassiker, sehr robust.
- California Wonder: Bewährte Sorte mit hohen Erträgen.
- Snackpaprika: Kleine, fast kernlose Früchte, ideal zum Naschen.
Spezialitäten & Chilis
Hier wird es aromatisch bis scharf. Die Schärfe wird in Scoville gemessen.
- Padrón: Die berühmte Tapas-Paprika (wird grün geerntet/gebraten).
- Jalapeño: Der Inbegriff der Chili-Kultur (mittlere Schärfe).
- Habanero: Für Profis (extrem scharf, fruchtiges Aroma).
🔥 Die Scoville-Skala
🌱 Anbau & Standort
Frühstart an der Fensterbank
Da Paprika eine sehr lange Entwicklungszeit haben (bis zu 20 Wochen!), müssen sie bereits im Februar oder spätestens März ausgesät werden. Sie benötigen eine Keimtemperatur von konstant 22-25°C.
Der ideale Platz
Mischkultur
👍 Gute Nachbarn
Basilikum (verbessert Geschmack, lockt Bestäuber), Petersilie, Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten, Salat, Karotten.
👎 Schlechte Nachbarn
Dicke Bohnen, Erbsen, Fenchel, Rote Bete. (Nachtschattengewächse wie Auberginen gehen, fördern aber Krankheitsübertragung).
💚 Pflege
Regelmäßig Gießen
Paprika hasst Trockenstress. Der Boden sollte konstant feucht (nicht nass) sein. Trockenheit führt zum Abfall von Blüten und kleinen Früchten.
Nachdüngen
Als Starkzehrer freuen sie sich ab Juni alle zwei Wochen über organischen Flüssigdünger oder Brennnesseljauche.
Stützen
Binden Sie die Pflanzen an einen Stab. Vor allem großfrüchtige Sorten können unter der Last ihrer eigenen Früchte oder bei Wind leicht brechen.
🐛 Krankheiten & Schädlinge
| Problem | Symptome | Lösung / Vorbeugung |
|---|---|---|
| Blattläuse | Verkrüppelte Blätter, klebriger Belag. | Abduschen, Seifenlauge, Förderung von Nützlingen (Marienkäfer). |
| Blütenendfäule | Schwarze, eingetrocknete Stellen an der Fruchtspitze. | Kein Pilz! Sondern Calciummangel durch unregelmäßiges Gießen. Boden gleichmäßig feucht halten. |
| Spinnmilben | Feine Gespinste, helle Sprenkel auf den Blättern. | Luftfeuchtigkeit erhöhen (Pflanzen einsprühen). Tritt oft im trockenen Gewächshaus auf. |
Basket Ernte & Küche
Wann ernten?
Sie können Paprika schon grün ernten – sie schmecken dann herber und würziger. Die maximale Süße und den vollen Vitamingehalt erreichen sie aber erst, wenn sie sich komplett nach Rot, Gelb oder Orange umgefärbt haben.
Vitamin-Champion
Wussten Sie, dass eine rote Paprika etwa dreimal so viel Vitamin C enthält wie eine Orange? Sie ist eines der Vitamin-C-reichsten Lebensmittel überhaupt. Zudem enthält sie hohe Mengen an Betacarotin (Vorstufe von Vitamin A).
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