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Gurken – Die Erfrischung direkt vom Rankgerüst

Gurken (Cucumis sativus) gehören zu den beliebtesten Gemüsesorten der Welt. Ob knackige Salatgurke, würzige Einlegegurke oder exotische Minigurke – mit viel Wasser und Wärme verwandelt diese Pflanze Ihren Garten in einen Dschungel.

Frische Gurken im Gewächshaus

🥒 Steckbrief Gurken

Botanischer Name:

Cucumis sativus

Familie:

Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)

Aussaatzeit:

Ende April (Haus) / Juni (Freiland)

Erntezeit:

Juli bis September

Standort:

Warm, sonnig, windgeschützt

Boden:

Nährstoffreich, locker, warm

Wasserbedarf:

Sehr hoch (täglich gießen!)

Nährstoffbedarf:

Starkzehrer

🌍 Herkunft & Geschichte

Die Gurke ist eine uralte Kulturpflanze. Ihre wilde Heimat liegt am Südrand des Himalayas in Indien, wo sie schon um 1500 v. Chr. angebaut wurde. Über Ägypten kam sie zu den Römern – Kaiser Tiberius liebte Gurken so sehr, dass seine Gärtner sie in fahrbaren Beeten zogen, um sie immer der Sonne nachzuführen (eine primitive Form des Gewächshauses!). In Mitteleuropa befahl Karl der Große in seiner Landgüterverordnung ("Capitulare de villis") im 9. Jahrhundert den Anbau von "cucumeres".

🥒 Sorten-Guide

Vorsicht beim Samenkauf! Achte darauf, ob die Sorte fürs Freiland oder Gewächshaus geeignet ist.

Die Klassiker

  • Salatgurken (Schlangengurken): Lange, glatte Früchte. Meist fürs Gewächshaus, da kälteempfindlicher.
    Tipp: 'Euphya' (resistent)
  • Freilandgurken: Kürzer, oft mit dickerer, stacheliger Schale. Viel robuster und aromatischer.
    Tipp: 'Tanja' (der unverwüstliche Klassiker)
  • Einlegegurken: Werden klein und unreif geerntet.
    Tipp: 'Vorgebirgstraube'

Exoten & Spezialitäten

  • Zitronengurke: Rund, gelb, sieht aus wie eine Zitrone, schmeckt aber mild nach Gurke. Ein Hingucker!
  • Mexikanische Minigurke (Melothria): Sieht aus wie eine winzige Wassermelone ("Mouse Melon"), schmeckt säuerlich-erfrischend. Tolle Naschpflanze, die riesige Ranken bildet.
  • Sikkim-Gurke: Rotbraune Schale ("Netzgurke"), extrem robust gegen Trockenheit.

🌱 Anbau & Standort

Wärme, Wärme, Wärme!

Gurken stellen das Wachstum ein, wenn die Temperatur unter 12°C fällt.
Vorzucht: Nicht vor Ende April! Gurken wachsen rasend schnell. Wenn man sie zu früh sät, werden sie im Topf riesig, instabil ("Geilwuchs") und brechen beim Auspflanzen ab. 3 Wochen vor den Eisheiligen reicht.

Profi-Tipp: Veredelung

Warum veredeln?
Viele Biogärtner pfropfen Gurken auf die Unterlage des Feigenblattkürbis. Der Kürbis hat ein viel stärkeres Wurzelsystem, ist resistenter gegen Bodenpilze (Fusarium) und kältetoleranter. Das steigert den Ertrag enorm!

Blüten-Biologie

Alte Sorten (monözisch): Haben männliche (nur Stiel) und weibliche (kleine Mini-Gurke am Ansatz) Blüten. Benötigen Bienen zur Bestäubung! Wenn sie nicht befruchtet werden, fällt die Frucht ab.
Neue F1-Hybriden (parthenokarp): Bilden "jungfernfrüchtig" nur weibliche Blüten, die KEINE Bestäubung brauchen. Vorteil: Höherer Ertrag im Gewächshaus (wo wenige Bienen sind).

Mischkultur

👍 Gute Nachbarn

Dill (DAS Traumpaar, fördert Keimung & Aroma), Erbsen, Bohnen (Stickstoffsammler!), Kopfsalat, Rote Bete, Zwiebeln.

👎 Schlechte Nachbarn

Tomaten (konkurrieren um Wasser & Nährstoffe), Radieschen, Zucchini & Kürbis (Verwandte = gleiche Krankheiten).

💚 Pflege

🚿

Warmes Wasser

Gurken hassen kaltes Wasser direkt aus der Leitung! Das schockt die Wurzeln ("Kälte-Schock") und macht die Früchte bitter. Verwende abgestandenes Wasser aus der Regentonne.

💩

Hungrig

Gurken sind Starkzehrer. Arbeite Pferdemist oder Kompost ins Beet ein. Stroh-Mulch hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten.

✂️

Schnitt

Im Gewächshaus leitet man die Gurke an einer Schnur hoch. Seitentriebe nach dem ersten oder zweiten Blatt kappen, damit die Kraft in die Hauptfrüchte geht.

🐛 Krankheiten & Schädlinge

ProblemErkennungLösung / Vorbeugung
Echter MehltauMehliger, weißer Belag auf der Blattoberseite. Tritt bei warmem, trockenem Wetter ("Schönwetterpilz") auf.Entsteht oft durch Stress (Trockenheit). Resistente Sorten wählen. Mit Milch-Wasser (1:8) spritzen.
Falscher MehltauGelbe Mosaikflecken oben, grauer Pilzrasen unten. Blätter sterben schnell ab ("Gurkenfeuer").Tritt bei Nässe auf. Blätter niemals nass machen beim Gießen! Luftiger Standort. Befallene Blätter entfernen.
Spinnmilben (Rote Spinne)Gelbe Sprenkel, feine Gespinste in Blattachseln. Oft im heißen Gewächshaus.Sie hassen Feuchtigkeit! Luftfeuchtigkeit erhöhen (Pflanzen einsprühen). Raubmilben einsetzen.
Bittere GurkenFruch schmeckt ungenießbar bitter.Stressreaktion auf Kälte oder Trockenheit. Bitterstoffe sitzen meist am Stielansatz -> von der Blüte zum Stiel hin schälen!

🧺 Ernte & Konservierung

Die "Gurkenschwemme" managen

Wer gut gießt, wird im Sommer täglich ernten müssen. Regel: Je öfter man erntet, desto mehr Blüten bildet die Pflanze nach. Lässt man eine Gurke riesig und gelb werden ("Samenträger"), stellt die Pflanze die Produktion neuer Früchte ein.

Verarbeitung

Salzgurken (Fermentation)

Die Ur-Methode der Haltbarmachung. Gurken werden in Salzwasser (ca. 4-5%) mit Dill, Knoblauch und Weinblättern milchsauer vergoren. Gesund (Probiotika!) und monatelang haltbar.

Gewürzgurken (Essig)

Hier werden die Gurken mit einem kochenden Essig-Zucker-Sud übergossen und eingekocht. Knackig, süß-sauer, aber keine lebenden Kulturen mehr.

📚 Weitere Pflanzen

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