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Gartenpraxis

Igel im Winter helfen: Was im Garten wirklich nützt

Wer Igeln im Winter helfen möchte, tut das vor allem durch einen naturnahen Garten. Gesunde Igel halten von etwa November bis ins Frühjahr Winterschlaf und brauchen dafür ein ungestörtes Quartier aus Laub und Reisig. Menschliche Hilfe ist nur dann nötig, wenn ein Tier verletzt, krank oder deutlich zu schwach ist.

Igel im Laub eines naturnahen Gartens

Wie überwintern Igel?

Igel halten Winterschlaf. Dabei sinken Körpertemperatur, Herzschlag und Atmung deutlich ab, und die Tiere zehren von ihren Fettreserven. Je nach Witterung beginnt der Winterschlaf meist im November und endet im Frühjahr. Kurze Wachphasen während des Winters sind möglich.

Für den Winterschlaf bauen Igel ein Nest aus Laub, Gras und Moos an einem geschützten Platz – etwa unter Hecken, in Reisighaufen oder unter Holzstapeln. Ein Garten, der solche Strukturen bietet, ist die beste Winterhilfe.

Winterquartier für Igel im Garten anlegen

Lass im Herbst nicht jede Ecke aufräumen. Ein Haufen aus Laub und Zweigen an einer ruhigen, trockenen Stelle bietet Igeln Schutz. Pro Igel e. V. empfiehlt außerdem Hecken, Benjeshecken aus Totholz sowie Stein- und Reisighaufen als Unterschlupf.

Wer Laub entfernt, nutzt besser den Rechen statt Laubbläser oder Laubsauger. Nicht benötigtes Laub kann unter Sträucher oder auf Beete gelegt werden – dort schützt es zusätzlich den Boden.

Woran erkennst du einen hilfsbedürftigen Igel?

Nicht jeder Igel, der im Herbst unterwegs ist, braucht Hilfe. Ein Tier, das tagsüber nach Gartenarbeiten oder durch Hunde aufgeschreckt wurde und ein neues Nest sucht, ist nicht automatisch in Not.

Pro Igel e. V. nennt dagegen folgende Anzeichen, bei denen ein Igel menschliche Hilfe benötigt:

Diese Hinweise ersetzen keine fachliche Einschätzung. Trotz sorgfältiger Recherche können Fehler passieren – kontaktiere im Zweifel immer eine Igelstation oder eine igelkundige Tierarztpraxis, bevor du selbst handelst.

Was tun, wenn du einen geschwächten Igel findest?

Wende dich so schnell wie möglich an eine Igelstation, eine Wildtierauffangstation oder eine Tierarztpraxis mit Erfahrung bei Igeln. Bis dahin empfiehlt Pro Igel e. V., das Tier in einen Karton mit Unterschlupf zu setzen. Ein ausgekühlter Igel, der sich kälter anfühlt als die eigene Hand, kann mit einer handwarmen Wärmflasche gewärmt werden.

Als Übergangsfutter nennt Pro Igel ungewürztes Rührei oder hochwertiges Katzennassfutter sowie Wasser in einer flachen Schale. Trage beim Anfassen Handschuhe und wasche anschließend gründlich die Hände.

Darf man Igel im Winter mit ins Haus nehmen?

Igel sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Nur hilfsbedürftige Tiere dürfen vorübergehend aufgenommen werden – mit dem alleinigen Ziel, sie gesund wieder in die Natur zu entlassen. Gesunde Igel gehören in den Garten, auch im Winter.

Die Pflege eines kranken Igels über den Winter erfordert Fachwissen und tierärztliche Begleitung. Überlass sie deshalb nach Möglichkeit erfahrenen Igelstationen.

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Häufige Fragen

Soll ich Igel im Winter füttern?

Gesunde Igel im Winterschlaf brauchen kein Futter. Igelschutzorganisationen raten, nur geschwächte Tiere in Absprache mit einer Igelstation oder Tierarztpraxis zu versorgen.

Wann halten Igel Winterschlaf?

In der Regel etwa von November bis ins Frühjahr. Beginn und Ende hängen von der Witterung ab und können sich verschieben.

Ist ein Igel, den ich im Dezember sehe, in Not?

Ein Igel, der bei Frost aktiv ist, braucht laut Pro Igel e. V. Hilfe. Bei milden Temperaturen kann eine kurze Wachphase normal sein. Im Zweifel eine Igelstation fragen.

Ist ein Igelhaus sinnvoll?

Ein Igelhaus kann einen natürlichen Unterschlupf ergänzen. Es sollte ruhig, trocken und schattig stehen und mit Laub gefüllt werden. Laub- und Reisighaufen sind meist mindestens genauso hilfreich.

Was sollte ich bei der Gartenarbeit im Winter beachten?

Laubhaufen, Kompost und dichte Hecken möglichst nicht stören. Wenn Arbeiten nötig sind, vorher vorsichtig nachsehen, ob dort ein Igel schläft.

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