Steingarten anlegen:
Alpinum statt Schotterwüste
Ein echter Steingarten (Alpinum) holt die Gebirgswelt in deinen Garten. Er ist bunt, lebendig und ein Magnet für Eidechsen und Wildbienen. Bitte verwechsle ihn nicht mit den tristen, grauen "Schottergärten", die ökologisch tot sind und in vielen Bundesländern zunehmend verboten werden. Wir zeigen dir, wie du Steine und Pflanzen zu einem pflegeleichten, blühenden Biotop verwebst.

Das Fundament: Standort & Boden
Die Lage
Die meisten Steingartenpflanzen sind Hungerkünstler aus den Bergen. Sie brauchen extreme Bedingungen:
1. Volle Sonne (Südseite). Im Schatten mickern sie.
2. Hanglage (ideal, aber kein Muss), damit Wasser schnell abläuft.
Im feuchten Schatten wird ein Steingarten schnell grün vor Algen und Moos – ein No-Go!
Die Erde (Mager!)
Normale Blumenerde ist tabu! Sie ist zu fett (nährstoffreich) und zu nass.
Das Erfolgs-Rezept: Mische den vorhandenen Boden 1:1 mit Kies, Splitt, Lavasplitt oder grobem Sand.
Drainage: Bei schwerem lehmigem Boden musst du unten eine 20cm dicke Schicht Bauschutt oder groben Schotter einbauen. Staunässe im Winter tötet alpine Pflanzen schneller als jeder Frost.
Die Stars im Steingarten
Wähle Pflanzen, die Polster bilden oder Rosetten formen. Sie schützen den Boden vor Austrocknung.
Sukkulenten: Hauswurz & Fetthenne
Hauswurz (Sempervivum) und Fetthenne (Sedum) speichern Wasser in ihren dicken Blättern. Sie wachsen auch in Mauerritzen und auf Totholz. Unkaputtbar!
Blüten-Polster: Phlox & Blaukissen
Polsterphlox und Blaukissen (Aubrieta) bilden im Frühling (April/Mai) leuchtende Teppiche in Pink, Blau und Weiß, die sich malerisch über die Steine ergießen.
Duft & Küche: Thymian & Lavendel
Mediterrane Halbsträucher lieben den heißen, trockenen Steinboden. Echter Thymian und Sand-Thymian sind zudem trittfest und duften herrlich, wenn man darauf tritt.
Alpen-Klassiker: Enzian & Edelweiß
Für Fortgeschrittene! Sie brauchen sehr speziellen Boden (kalkhaltig oder sauer, je nach Art) und vertragen keine Konkurrenz durch Wucher-Pflanzen.
Anleitung: Steine natürlich setzen
Einfach Steine auf die Wiese legen ("Rosinenbrötchen-Effekt") sieht künstlich aus. So geht's richtig:
- Gesteinsart: Bleib bei einer Sorte! Mische nicht roten Sandstein mit grauem Granit. Nutze am besten Gestein, das in deiner Region natürlich vorkommt.
- Das Eisberg-Prinzip: Die wichtigsten Steine sind die großen Findlinge. Grabe sie zu mind. 1/3 ihres Volumens in die Erde ein. Sie sollen so aussehen, als wären sie schon seit der Eiszeit dort und als wäre die Erde drumherum angespült worden. Das gibt dem Ganzen optische "Schwere" und Ruhe.
- Trittsteine: Plane von Anfang an flache Steine ein, auf die du treten kannst, um später Unkraut zu zupfen.
- Lebensräume schaffen: Schichte Steine locker übereinander zu einer kleinen Trockenmauer. Die Fugen nicht mit Mörtel, sondern mit Sand/Erde füllen. Hier ziehen Eidechsen, Kröten und Hummeln ein.
Häufige Fragen (FAQ)
Muss ich ein Vlies unterlegen?
NEIN im Pflanzbereich: Alpinen Pflanzen wollen tief wurzeln und suchen Kühlung im Boden. Ein Vlies sperrt sie aus.
JA unter reinen Kies-Wegen, damit sich Steine nicht mit Erde mischen. Aber ein echter Steingarten soll ja bewachsen sein!
Wie viel Pflege macht ein Steingarten?
Welche Steine sind am besten?
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