Garten- und Landschaftsbau-Planer: Selbst planen oder beauftragen?
Wer einen Planer für Garten- und Landschaftsbau sucht, meint oft zwei verschiedene Dinge: eine Fachperson, die den Garten plant, oder ein Werkzeug, mit dem man selbst planen kann. Dieser Ratgeber erklärt, wer im Landschaftsbau welche Aufgaben übernimmt, welche Projekte sich gut in Eigenregie planen lassen und wie du ein Gespräch mit einem Fachbetrieb vorbereitest.

Symbolbild zur Gartengestaltung; keine Darstellung eines bestimmten Projekts.
Wer plant im Garten- und Landschaftsbau?
Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten entwerfen Freianlagen und begleiten auf Wunsch auch Ausschreibung und Bauüberwachung. Die Berufsbezeichnung ist in Deutschland geschützt und setzt die Eintragung bei einer Architektenkammer voraus. Ihre Honorare orientieren sich häufig an der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI).
Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus (GaLaBau) setzen Pflasterarbeiten, Mauern, Pflanzungen und Rasenflächen um. Viele bieten zusätzlich eine eigene Gartenplanung an, teils als Teil des Auftrags, teils gesondert berechnet. Bezeichnungen wie Gartenplaner oder Gartengestalter sagen allein wenig über die Ausbildung aus; frage nach Qualifikation und Referenzen.
Wann sich eine professionelle Planung lohnt
Je stärker ein Projekt in Gelände, Statik oder Wasserführung eingreift, desto wichtiger ist eine fachliche Planung. Fehler bei Gefälle, Entwässerung oder Fundamenten fallen oft erst nach Jahren auf und sind dann aufwendig zu beheben.
Hinzu kommen rechtliche Fragen: Für Mauern, Gartenhäuser, Geländeveränderungen oder das Fällen von Bäumen können je nach Bundesland und Gemeinde Genehmigungen, Abstandsregeln oder Baumschutzsatzungen gelten. Kläre das im Zweifel vorab beim Bauamt deiner Gemeinde.
- Hanglagen, Terrassierungen und Stützmauern
- Entwässerung, Versickerung und größere befestigte Flächen
- Teiche, Bachläufe und andere Wasseranlagen
- Neuanlage eines ganzen Grundstücks nach dem Hausbau
Was du gut selbst planen kannst
Viele Gartenprojekte kommen ohne Fachplanung aus. Gemüse- und Kräuterbeete, Hochbeete, Staudenflächen oder ein einfacher Weg lassen sich mit etwas Vorbereitung selbst planen und umsetzen. Hier geht es weniger um Statik als um Standort, Pflanzenauswahl und Pflege.
Auch wenn ein Fachbetrieb die groben Arbeiten übernimmt, kannst du die Bepflanzung einzelner Beete oft selbst gestalten. So bleibt der Garten persönlich und du behältst die Kontrolle über Nutzpflanzen, Mischkultur und Fruchtfolge.
So bereitest du die Planung vor
Ob du selbst planst oder einen Fachbetrieb beauftragst: Eine gute Bestandsaufnahme ist die Grundlage. Je klarer deine Wünsche und Rahmenbedingungen beschrieben sind, desto gezielter kann ein Planungsgespräch verlaufen.
- Lageplan oder eigene maßstäbliche Skizze mit Grundstücksgrenzen und Gebäuden.
- Himmelsrichtung, Sonnen- und Schattenbereiche über den Tag.
- Bodenart, Gefälle und Stellen mit Staunässe.
- Lage von Leitungen, Schächten und Anschlüssen, bevor gegraben wird.
- Wunschliste: Sitzplatz, Gemüsebeete, Spielbereich, Sichtschutz.
- Budgetrahmen und realistischer Pflegeaufwand pro Woche.
Angebote einholen und vergleichen
Hole für größere Vorhaben in der Regel mehrere Angebote ein. Vergleichbar sind sie nur, wenn Flächen, Mengen, Materialien und Pflanzqualitäten gleich beschrieben sind. Kläre auch, ob Planung, Entsorgung von Aushub und Anwachspflege enthalten sind oder gesondert berechnet werden.
Regionale GaLaBau-Fachbetriebe findest du unter anderem über die Fachbetriebssuche des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, Planungsbüros über die Büro-Suche des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekt:innen.
Vereinbare vorab schriftlich, welche Planungsleistungen erbracht werden und wie sie vergütet werden – besonders, wenn du dich nach der Planung für einen anderen ausführenden Betrieb entscheiden könntest.
Gestaltung und Bepflanzung verbinden
Stehen Wege, Sitzplätze und Beetflächen fest, beginnt die Detailplanung der Bepflanzung. Für Gemüse- und Kräuterbeete kannst du dafür den Beetplaner nutzen: Pflanzen im Beet verteilen, gute und ungünstige Nachbarschaften sehen und den Plan als Bild exportieren, etwa um ihn mit dem ausführenden Betrieb abzustimmen.
Der Beetplaner ersetzt keine Fachplanung für Bauarbeiten wie Mauern, Pflaster oder Entwässerung. Er unterstützt dich bei dem Teil des Gartens, den du selbst bepflanzt und pflegst.
Passend zum nächsten Schritt
Garten 3D Planer einschätzen →
Wann eine räumliche Ansicht bei der Gestaltung hilft.
Garten gestalten mit Plan →
Stile, Bereiche und Pflanzen aufeinander abstimmen.
Gartenweg anlegen →
Material, Unterbau und Verlauf eines Wegs planen.
Hochbeet anlegen →
Ein Projekt, das sich gut in Eigenregie umsetzen lässt.
Mehr aus deinem Garten holen?
Melde dich kostenlos an und entdecke alle Funktionen – vom digitalen Gartenkalender bis zum KI-gestützten Beetplaner.
Kostenlos startenHäufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Landschaftsarchitekt und GaLaBau-Betrieb?
Landschaftsarchitekturbüros planen Freianlagen und können die Ausführung begleiten. GaLaBau-Fachbetriebe führen die Arbeiten aus und bieten häufig zusätzlich eine eigene Planung an.
Was kostet eine professionelle Gartenplanung?
Das hängt stark von Fläche, Aufwand und Leistungsumfang ab. Lass dir vorab schriftlich bestätigen, welche Leistungen enthalten sind und wie sie berechnet werden. Bei Landschaftsarchitekturbüros dient häufig die HOAI als Grundlage.
Brauche ich für einen Gartenumbau eine Genehmigung?
Für Beete und Pflanzungen in der Regel nicht. Bei Mauern, Gartenhäusern, Geländeveränderungen oder Baumfällungen können je nach Bundesland und Gemeinde Vorgaben gelten. Frag im Zweifel beim örtlichen Bauamt nach.
Kann ich selbst planen und nur die Ausführung beauftragen?
Ja, viele Betriebe arbeiten auch nach einem vorhandenen Plan. Besprich vorab, ob der Plan technisch umsetzbar ist und wer für Details wie Gefälle oder Unterbau verantwortlich ist.
Die Bepflanzung selbst planen
Beete im Beetplaner anlegen und gute Pflanzennachbarn direkt sehen.