Bohnen – Eiweißreiche Gartenklassiker
Bohnen (Phaseolus vulgaris) sind echte Powerpflanzen. Sie liefern nicht nur wertvolles pflanzliches Eiweiß für unsere Ernährung, sondern verbessern als Leguminosen auch noch den Boden, indem sie Stickstoff aus der Luft binden. Ob platzsparende Buschbohne oder hochkletternde Stangenbohne – sie gehören in jeden Nutzgarten.

🫛 Steckbrief Bohnen
Phaseolus vulgaris
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Mai bis Juli
Juli bis Oktober
Sonnig, warm, windgeschützt
Locker, humos, warm
Mittel bis hoch (zur Blüte)
Schwachzehrer (Stickstoffsammler)
🌍 Herkunft & Geschichte
Die Gartenbohne stammt ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika, wo sie schon vor Jahrtausenden von den Inkas und Azteken kultiviert wurde. Im 16. Jahrhundert brachten spanische Seefahrer sie nach Europa. Dort verdrängte sie schnell die bis dahin übliche Ackerbohne (Puffbohne), da sie feiner im Geschmack und ertragreicher war.
🫛 Sortenvielfalt
Buschbohnen
Wachsen niedrig (30-50 cm) und kompakt. Benötigen keine Stütze. Ideal für Beete und Hochbeete.
- Saxa (früh)
- Maxi (feine Filetbohne)
Stangenbohnen
Klettern bis zu 3 Meter hoch. Brauchen stabile Rankgerüste. Höherer Ertrag pro Fläche.
- Blauhilde (blauhülsig)
- Neckarkönigin
Feuerbohnen
Robuster und kältetoleranter. Dekorativ durch leuchtend rote Blüten ("Prunkbohne").
- Preisgewinner
🌱 Anbau & Standort
Der ideale Standort
Bohnen sind echte Sonnenanbeter. Sie benötigen einen warmen, sonnigen und windgeschützten Platz. Der Boden sollte locker und krümelig sein. Staunässe und kalte, schwere Böden führen schnell zu Pilzkrankheiten und schlechtem Wachstum.
Stickstoffsammler
Als Leguminosen leben Bohnen in Symbiose mit Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln, die Stickstoff aus der Luft binden. Sie sind daher Schwachzehrer und verbessern den Boden für nachfolgende Pflanzen (perfekte Vorfrucht für Kohl oder Kürbis).
Aussaat-Regeln
Mischkultur
👍 Gute Nachbarn
Bohnenkraut (schützt vor Läusen), Gurken, Kohl, Rote Bete, Salat, Sellerie, Spinat, Erdbeeren.
👎 Schlechte Nachbarn
Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Erbsen, Fenchel. (Zwiebelgewächse hemmen das Wachstum von Bohnen).
💧 Pflege
Anhäufeln
Sobald die Pflanzen ca. 15 cm hoch sind, Erde an die Stängel häufeln. Das erhöht die Standfestigkeit und fördert die Wurzelbildung.
Gießen
Ab der Blütezeit und beim Fruchtansatz brauchen Bohnen viel Wasser. Trockenheit führt zum Abwerfen der Blüten und Hülsen.
Düngen
Nicht düngen! Insbesondere Stickstoffdünger ist schädlich, da die Pflanze sich selbst versorgt. Etwas Kompost bei der Aussaat reicht.
🐛 Krankheiten & Schädlinge
| Problem | Symptome | Lösung |
|---|---|---|
| Schwarze Bohnenlaus | Schwarze Läusekolonien an Triebspitzen und Blattunterseiten. | Mit Wasserstrahl abspülen, Bohnenkraut pflanzen, Brennnesseljauche. |
| Bohnenfliege | Sämlinge verkümmern, Maden fressen im Stängel. | Nicht bei nasskaltem Wetter säen, nicht frisch düngen, Kulturschutznetz. |
| Brennfleckenkrankheit | Dunkle, eingesunkene Flecken auf Hülsen und Blättern. | Nur gesundes Saatgut verwenden, befallene Pflanzen vernichten (nicht auf Kompost). |
Wichtige Warnung: Giftig im Rohzustand!
Gartenbohnen enthalten das giftige Eiweiß Phasin, das erst durch Kochen (mindestens 10-15 Minuten) zerstört wird. Essen Sie Bohnen niemals roh! Dies kann zu schwerer Übelkeit und Erbrechen führen.
🧺 Ernte & Küche
Erntezeitpunkt
Die Ernte beginnt meist im Juli. Ernten Sie jung! Je öfter Sie pflücken, desto mehr neue Blüten und Hülsen setzt die Pflanze an.
Verwendung in der Küche
Klassisch als Beilage mit Bohnenkraut und Butter, im Eintopf, als Bohnensalat oder im Speckmantel. Bohnen lassen sich hervorragend einfrieren (vorher kurz blanchieren). Einkochen ist ebenfalls möglich, erfordert aber lange Kochzeiten (Botulismus-Gefahr bei unsachgemäßem Einkochen!).