Basilikum – Der König der Kräuter
Basilikum (Ocimum basilicum), auch Königskraut genannt, ist eines der beliebtesten Küchenkräuter überhaupt. Mit seinem unverwechselbaren, oft nelkenartigen Aroma verfeinert es mediterrane Gerichte und ist im Anbau erstaunlich unkompliziert – wenn man seine Vorliebe für Wärme und Sonne berücksichtigt.

🌿 Steckbrief Basilikum
Ocimum basilicum
Lippenblütler (Lamiaceae)
März bis Juni
Juli bis Oktober
Vollsonnig, geschützt
Nährstoffreich, durchlässig
Hoch (aber keine Staunässe)
Starkzehrer (für Kräuter)
🌍 Herkunft & Geschichte
Ursprünglich stammt Basilikum aus dem tropischen Afrika und Asien (vermutlich Indien). Der Name leitet sich vom griechischen "basileus" (König) ab, was seinen Status als "Königskraut" unterstreicht. Im alten Indien wurde es als heilige Pflanze verehrt, während es in Europa erst im 12. Jahrhundert Verbreitung fand. Heute ist es untrennbar mit der italienischen Küche verbunden.
🌿 Sortenvielfalt
Genoveser Basilikum
Der Klassiker mit großen, gewölbten Blättern. Perfekt für Pesto und Caprese.
- Genovese
- Großes Grünes
Rotes Basilikum
Dunkelviolette Blätter, etwas herber im Geschmack. Ein optisches Highlight im Beet und Salat.
- Dark Opal
- Chianti
Zitronenbasilikum
Erfrischendes Zitrusaroma. Ideal für Fischgerichte, Desserts und Tees.
- Sweet Lemon
Thai-Basilikum
Aroma nach Anis und Lakritz. Unverzichtbar für asiatische Currys.
- Siam Queen
- Horapa
🌱 Anbau & Standort
Der ideale Standort
Basilikum ist eine tropische Pflanze. Es braucht viel Wärme (mind. 10°C, besser über 20°C) und Licht. Ein sonniger, windgeschützter Platz im Garten oder ein Südfenster sind ideal. Kalter Wind und nasskalte Witterung sind sein größter Feind.
Erde & Topfkultur
Verwenden Sie nährstoffreiche, humose Erde. Basilikum gedeiht hervorragend im Topf (mind. 5 Liter) auf dem Balkon, da sich Töpfe schneller erwärmen und bei Kälteeinbrüchen leicht hereingeholt werden können.
Aussaat-Tipps
Mischkultur
👍 Gute Nachbarn
Tomaten (fördert angeblich das Aroma und hält Mehltau/Weiße Fliege fern), Gurken, Zucchini, Paprika, Kohlrabi.
👎 Schlechte Nachbarn
Majoran, Dill, Melisse (Konkurrenz um Nährstoffe oder Wurzelraum).
💧 Pflege
Richtig Gießen
Erde nie austrocknen lassen, aber Staunässe vermeiden (Wurzelfäule!). Gießen Sie immer von unten (in den Untersetzer) oder direkt an den Wurzelbereich, nie über die Blätter (Pilzgefahr).
Schneiden
Ernten Sie keine einzelnen Blätter, sondern ganze Triebspitzen oberhalb eines Blattpaares. So verzweigt sich die Pflanze neu und wird buschig. Blütenansätze sofort entfernen.
Düngen
Als Starkzehrer benötigt Basilikum im Topf wöchentlich Flüssigdünger. Im Beet vor der Pflanzung Kompost oder Hornspäne einarbeiten.
🐛 Krankheiten & Schädlinge
| Problem | Symptome | Lösung |
|---|---|---|
| Schnecken | Lochfraß oder komplett abgefressene Jungpflanzen. | Pflanzen im Topf erhöht aufstellen, Schneckenkragen, absammeln. |
| Umfallkrankheit | Keimlinge fallen um und sterben ab (Pilzbefall). | Saubere Anzuchterde verwenden, nicht zu dicht säen, weniger gießen. |
| Blattlaus / Weiße Fliege | Klebrige Blätter, kleine Insekten an Blattunterseite. | Mit Schmierseifenlösung besprühen, Gelbtafeln aufstellen. |
🧺 Ernte & Konservierung
Am aromatischsten sind die Blätter kurz vor der Blüte am späten Vormittag. Basilikum verliert beim Trocknen fast sein gesamtes Aroma!
Pesto
Die beste Methode für große Mengen. Blätter mit Olivenöl, Pinienkernen, Knoblauch und Parmesan pürieren. Das Öl konserviert das Aroma perfekt.
Einfrieren
Blätter ganz oder gehackt in Eiswürfelbehälter mit etwas Wasser oder Öl einfrieren. So bleibt der Geschmack monatelang erhalten.
🥗 Verwendung & Wirkung
Basilikum regt den Appetit an und fördert die Verdauung fettiger Speisen. Es wirkt beruhigend auf den Magen und kann Blähungen lindern.
